Radreise Korsika 2019

April/Mai 2019

Harald Stocker hat diese tolle Radtour fotografisch dokumentiert und ein paar Zeilen dazu geschrieben!

"Wenn Englein reisen..." das sagte ich schon 2018 - und 2019 sage ich es nochmals!!! 9 von 10 Tagen Traumwetter - nur der Abreisetag war trüb!

Welch eine Pracht! Korsika im Frühling bei Sonnenschein pur. Öfters auch ziemlich windig und auf den Pässen überraschend kühl für die Jahreszeit. Zu Fuß erkundeten wir nach der Ankunft die schöne Altstadt von Bastia und bezogen dann die Zimmer in Algajola, einem entzückenden kleinen Ort direkt am Meer. Abwechslungsreiche Radtouren führten uns durch die faszinierenden Dörfer der Balagne zwischen Calvi und Ile Rousse.

Mit dem Bus fuhren wir dann weiter ins Herz der Insel nach Corte. Nach einer lustigen Zugfahrt durch die einstige und geschichtsträchtige Hauptstadt Korsikas durchquerten wir per Rad die Insel von Vivario aus über den Ghisoni Pass mit sensationell schöner Abfahrt runter an die Ostküste (was für eine Tour!!!).

Das nächste Quartier bezogen wir bei Porto Vecchio, nur wenige Meter vom Strand von Santa Giulia entfernt. Na ja, für Strand blieb uns nicht so viel Zeit...

Nun stand die Königsetappe bevor. Es ging mit den Rädern auf den Col de Bavella mitten in den "Dolomiten" Korsikas. Viele kamen an ihre Grenzen, so mancher Akku war am Schluss fast leer - aber es hat sich gelohnt! Ein riesiges Lob auch an unseren Attila (Busfahrer), der mit dem langen Bus und dem Anhänger bravourös und sicher durch die teils sehr engen Straßen der Insel gekurvt ist. Er holte uns in Zonza dann ab, was sogar für jeden korsischen Fahrer eine Herausforderung ist.

Für viele ist Bonifacio (die südlichste Stadt der Insel) die schönste Korsikas. Bei diesem Prachtwetter war die Radtour vom Hafen in Bonifacio aus zum Leuchtturm ein Genuss der ganz besonderen Art. Die fantastischen Ausblicke auf die Kreidefelsen waren genial und bleiben unvergessen! Dazwischen eine bunte Blumenpracht und tiefblaues Meer - großartig! Und am Horizont, nur 12 km entfernt, lag Sardinien vor uns. Einige tourten anschließend mit dem Rad noch durch die Oberstadt von Bonifacio, andere genossen Moules frites mit korsischem Wein in einem der Restaurants am Hafen und das eine oder andere Souvenir wurde in den Shops erstanden. Für alle, die dabei waren, war die Schifffahrt am Nachmittag entlang der spektakulären Küste ein absoluter Höhepunkt (man muss ja nicht immer radeln!).

Ja und schon ging es weiter. Attila brachte uns und unsere Räder auf der kurvenreichen Südwestküste in ein schönes Strandhotel in Porticcio, an der großen Bucht von Ajaccio. Der endlos lange Sandstrand wäre normalerweise eine Verlockung, aber unsere Radfreaks mussten auch am freien Nachmittag noch auf irgendwelche Pässe hinauf treten... Jede(r) wie er/sie mag :-), wir sind da flexibel!

Am letzten Radtag starteten wir die Tour in der griechischen Ortschaft Cargèse und radelten hinein in die faszinierende Steinlandschaft der Calanche. Die rötlichen Granitfelsen befinden sich ca. 400 m über der Küste und sind Bestandteil des Naturparks der Insel. Haben die Radler wohl alle Gestalten, Tiere und Fabelwesen entdeckt? Adler, Hundekopf, Schildkröte, Lenin, Bischof, Herz, uvm. Grandios, wild, spektakulär! Zur Belohnung und Stärkung gab es dann ein Picknick mit korsischen Wurst- und Käse Spezialitäten, Baguette (eh klar!) und korsischen Weinen.

Am Abreisetag setzten wir mit einem Boot von Porticcio hinüber nach Ajaccio. Hier wurde der kleine Korse und "große" Kaiser der Franzosen geboren. Napoleon Bonaparte hat zu Lebzeiten nichts für seine Insel getan, dafür bringt der Napoleon Kult heute der Stadt viel Geld ein. Wir bummelten über den Bauernmarkt, kosteten die korsischen Produkte, bestaunten in der Fußgängerzone die vielen Geschäfte und einige fuhren mit dem Touristenzügle durch die Hauptstadt Südkorsikas. Am Nachmittag fuhren wir dann mit dem NKG Bus über den Col de Vizzavona und Corte nach Bastia, wo sich der Kreis wieder schloss. Am nächsten Tag war der Col de Vizzavona eingeschneit! Da hatten wir ja nochmals Glück. 

Über Nacht erreichten wir dann die Ligurische Küste. Die Überfahrt war sehr ruhig, obwohl das Wetter ziemlich umgeschlagen hat. Wegen dem orkanartigen Wind konnten wir aber erst nach über 4 Std. Wartezeit auf dem Meer im Hafen von Savona anlegen. Wer reist, kann was erzählen...

An dieser Stelle herzlichen Dank an alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer für diese großartige Reise! Jederzeit gerne wieder mit euch!!

Eine tolle Reise, die 2020 in geänderter Form im Programm sein wird! Geplanter Termin: 15. - 24.5.2020.